Es würde Bände füllen und den Rahmen sprengen, sollte jede Übung, jeder Einsatz oder jede Beteiligung an einer gesellschaftlichen Veranstaltung in dieser verkürzten Chronik ihren Platz finden. Deshalb ist es nicht möglich die  überwiegende Anzahl der Einsätze, meist weniger spektakulär, aber trotzdem notwendig und hilfreich, hier zu würdigen. Sie sind aber nicht vergessen und können in den handgeschriebenen Chroniken unserer Wehr nachgelesen werden. Am 1. Juni 1860, also bereits 3 Jahre nach Gründung der Chemischen Fabrik Heufeld, wurde die Freiwillige Feuerwehr Fabrik Heufeld gegründet. Da ihr nach und nach auch Landwirte und Hausbesitzer beitraten, die nicht zur Fabrikbelegschaft gehörten, wurde sie später in Freiwillige Feuerwehr Heufeld umbenannt. Blättert man in dem handgeschriebenen Buch der Feuerwehr, das alle Übungen, Einsätze und gesellschaftlichen Veranstaltungen enthält, so stößt man darin auf Namen von berühmten Männern, die sowohl mit der Gründung der Süd-Chemie als auch mit der Feuerwehr in Zusammenhang stehen. So etwa Otto Perutz, der später die weltberühmten Photowerke in München gründete, Reichsrat Julius von Niethammer, der Chemiker Justus von Liebig, Dr. Wilhelm Mayer, die jeweiligen Direktoren der Chemischen Fabrik, die auch der Vorstandschaft der Feuerwehr angehörten und diese förderten. Der allererste Kommandant der Heufelder Wehr, Josef Hörmann, war  bei der Feuerwehr sehr engagiert, sodass er es sich am 1. März 1869 zur Aufgabe gemacht hat, die Feuerwehr Heufeld, die bislang schwach besetzt war, zu reorganisieren. So waren dann am ersten Brand im Lagerhaus des Torfwerks am 24. März 1869, zu welchem die neu organisierte Feuerwehr ausrückte, 30  Mann mit einer Saug- und Druckspritze an den Löscharbeiten beteiligt. Die Anzahl der aktiven Feuerwehrmänner stieg, sodass am 25. September 1871 beim Brand in der Malzanlage der Schlossbrauerei zu Maxlrain bereits 40 Mann zum Löschen ausrückten und 1874 beim Brand der Aiblinger Sebastianskirche  sogar 48 Mann der Heufelder Wehr erschienen, wobei einige von ihnen auch den Kirchturm bestiegen und ihn löschten.
Noch im selben Jahr, 1874, wurde die 1. Vereinsfahne gekauft und in der Wallfahrtskirche Weihenlinden  feierlich geweiht. Sie löste die alte Standarte, die immer noch im Besitz der Wehr ist, ab und war über 100 Jahre im Einsatz. Patenverein bei der Weihung war die Feuerwehr Bad Aibling.  Am 17. Juli 1878 kam es zu einem weiteren Großbrand in der Chemischen Fabrik Heufeld, sodass am Brandplatz 20 Feuerwehren, benötigt wurden, darunter auch die Feuerwehr Rosenheim. Sieben Jahre später, am 6. September 1885 richtete die Heufelder Wehr ein Feuerwehrfest zum 25jährigen Bestehen aus  und schaffte in diesem Jahr  mit 167 Feuerwehrmännern  einen Mitgliederrekord. Mit großer Freude konnte am 10. Juli 1894 in Heufeld eine neue vierrädrige Saug- und Druckspritze in den Dienst gestellt werden, die das Löschen von nun an erleichterte. Zwei Jahre später löste  Ludwig Glock den damaligen Kommandanten Ferdinand Ofner ab und wurde später auch Nachfolger von Bezirksfeuerwehrvertreter Korbinian Wild.  Bei der Generalversammlung am 20. Januar 1897 wurde einstimmig beschlossen, dass jedes Mitglied einen Jahresbeitrag von einer Mark zu leisten hat. Dies war zu jener Zeit eine beachtliche Summe, da der Stundenlohn eines Arbeiters seinerzeit 25-30 Pfennig betrug. Zu den Feierlichkeiten am 2. September 1900 anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Heufeld beteiligten sich insgesamt 12 benachbarte Wehren. Da auch Umstrukturierungen vor unserer Gemeinde nicht Halt machten, wurde Bad Aibling am 1. Oktober 1900 zu einem neuen Bezirksamt erhoben. Somit schieden die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Bezirk, 33 an der Zahl,  aus dem Bezirksverband Rosenheim aus und bildeten am 14. Oktober 1900 einen eigenen Bezirksverband.
 
Erwähnenswert erscheint ein Eintrag in der Chronik vom 6. Juli 1907, wonach auf Anregung von Herrn Vorstand Grassl eine Radfahrerabteilung gegründet wurde, die die Aufgabe hatte, bei Feuer vorauszufahren, um die Brandstätte sowie die Wasserverhältnisse zu untersuchen. Da sich unsere Wehr sehr engagierte und den Zusammenhalt zwischen den Wehren stärkte, fungierte unsere Feuerwehr am 13. August 1911 als Patenverein für die Fahnenweihe der Nachbarsfeuerwehr aus Mietraching und war mit Musik, Fahnenabordnung, Fahnenjungfrauen und 45 Mann vertreten.  
 
In der Chronik ist zu lesen, dass sämtliche anfallenden Kosten von der Fabrikdirektion übernommen wurden.  Ein Eintrag des Chronisten im Jahre 1919 belegt, dass der 1. Weltkrieg auch an der Heufelder Feuerwehr nicht spurlos vorübergegangen ist, so beträgt die Mitgliederzahl am 1. Mai 1919  nur 51 Mann! Im Weltkrieg fielen 6 Mann, 1 Mann wurde vermisst und in Gefangenschaft befanden sich 2 Feuerwehrmänner.  
 
Am 8. Juli 1920 abends 11 Uhr entstand in dem entlegenen Heustadl des Bäckermeister Josef Steinsailer durch einen Blitzschlag ein Feuer. Der schnell ausgelöste Alarm wurde durch eine Dampfpfeife gegeben und obwohl die Heufelder Wehr sofort ausrückte, musste sie am Brandplatz feststellen, dass der Stadl bereits lichterloh brannte.
Zehn Jahre später, am 19. und 20. Juli 1930, hat die Freiwillige Feuerwehr Heufeld Ihr 70jähriges Bestehen mit einem großen Fest gefeiert. Bis zu Beginn des  Zweiten Weltkriegs wurde die Heufelder Wehr des Öfteren zu diversen Kleinbränden in die örtliche Chemische Fabrik gerufen. Als Dank kaufte diese unserer Wehr am 28. Juli 1935 eine motorbetriebene Spritze, die danach bei einer Übung gleich eingeweiht wurde und bis heute noch in unserem Besitz ist. Am 4. September 1937 suchte ein größeres Unwetter unser Gebiet heim. Besonders Bad Aibling hatte unter den Wassermassen sehr zu leiden, sodass unzählige Keller ausgepumpt werden mussten. In der Nacht zum 24. September 1937 kamen dann die Heufelder zum Einsatz und stellten eine Wasserwehr an der Mangfall, da bei weiterem anhaltendem Regen mit einer Überschwemmungskatastrophe zu rechnen war. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter zu stärken, wurde im Jahre 1939 ein Leistungskampf der umliegenden  Feuerwehren ausgetragen. Zu weiteren Übungen kam es in diesem Jahr leider nicht, da zum einen der Krieg viele Umwälzungen und Veränderungen mit sich brachte, zum anderen sämtliche Übungstätigkeiten aufgrund einer im Herbst beginnenden Diphterie-Epidemie untersagt wurden. Erst ab dem 16. Mai 1940 konnten wieder Übungen durchgeführt werden. Da auch der Zweite Weltkrieg vor unserem Ort nicht Halt machte, wurde in dessen Verlauf die Heufelder Feuerwehr  zwangsweise wieder zu einer Werksfeuerwehr umorganisiert und durfte somit nur noch im Werk zum Einsatz kommen. Es ist allein dem Verantwortungsgefühl des Werkleiters Dr. Eckart, der damals auch örtlicher Luftschutzleiter war, zu verdanken, dass die Feuerwehr Heufeld bei Bränden im Ort Heufeld, insbesondere nach Fliegerangriffen, trotzdem eingesetzt wurde und der Bevölkerung helfen konnte. Die letzte Eintragung in der Chronik aus dieser Zeit stammt vom Februar 1941. Die Feuerwehr Heufeld bestand danach zwar weiterhin, jedoch wurden durch das Kriegsgeschehen keine Aufzeichnungen mehr durchgeführt. Nach Kriegsende schlossen sich mehrere Einwohner mit Löschgerät und sonstiger Ausrüstung aus Wehrmachtsbeständen, zu einem Feuerwehr-Selbstschutz zusammen, bis dann am 15 Januar 1950 die Freiwillige Feuerwehr Heufeld sich neu formiert hat. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Bruckmühl konnte ein Einsatzfahrzeug mit Motorspritze beschafft werden. Desweiteren überließ das Werk Heufeld der  Feuerwehr die Fahne der ehemaligen Freiwilligen Feuerwehr, eine Fahne, die ihre eigene Geschichte hat.  Im April 1956 wurde das große Chronik-Buch der FFW Heufeld angelegt. Der erste Eintrag beschreibt  eine erfolgreiche Frühjahrsübung der FFW Heufeld in Waldheim. In den Folgejahren  tat sich einiges, so erwies es sich als vorteilhafte organisatorische Maßnahme die Waldheimer Wehr als Zug 2 in die Heufelder Wehr einzugliedern. Dank Ludwig Ritzer, der damals im Gemeinderat war, kaufte die Gemeinde Bruckmühl 1956 der Feuerwehr Heufeld ihre ersten blauen Uniformen, die man aus alten Beständen der Polizei in Nordrhein-Westfalen, die von blau auf grün umstellten, erwarb. Am 6. April 1957 wurde, um das Gerätefahrzeug zu entlasten bzw. mehr Ladefläche zu erhalten, die Anschaffung eines Anhängers beschlossen. Alle anfallenden Arbeiten wurden von einigen Wehrmännern kostenlos und in der Freizeit durchgeführt. Ein besonderes Jahr für die FFW Heufeld war 1960, denn man blickte stolz auf das 100jährige Bestehen der Wehr zurück. In einer Aussprache am 5. Februar 1960 beschloss man, dieses außergewöhnliche Jubiläum in einem kleineren Rahmen zu feiern. So sind die abgehaltenen Feierlichkeiten laut Angaben des Chronisten  am 8. und 9. Oktober 1960 zur Zufriedenheit der Verantwortlichen verlaufen. Noch vor diesem Fest gab es ein erfreuliches Ereignis für die Heufelder Wehr, denn sie konnte im Rahmen einer Übung, am 28. September 1960,  zum ersten Mal das erst kurz vorher erhaltene Einsatzfahrzeug mit samt einer neuen Motorspritze im Einsatz auf seine Zuverlässigkeit getestet werden. In den Jahren nach dem Krieg rückte unsere Feuerwehr zu vielen Großbränden aus. Die Hauptaufgabe bestand dann meist darin, die Wasserversorgung herzustellen. Bis zu 400 m B-Schläuche wurden dabei ausgelegt.  So wichtig es der Feuerwehr Heufeld war, ihre Arbeit gewissenhaft und gut zu erledigen, so wichtig war ihnen auch das gesellschaftliche Miteinander. So fand am 9. November 1963 ein bunter Unterhaltungsabend in der Bahnhofsgaststätte zu Heufeld statt. Der Andrang war so groß, dass leider nicht alle Besucher Platz fanden. Der Höhepunkt der Veranstaltung war der Roider-Jackl, er gab hierbei 49 Gstanz`l hintereinander zum Besten.  



   Leistungsabzeichen 1966

Vier Jahre später bekam Heufeld einen 12 Meter hohen Schlauchturm, der in über 800 freiwilligen Arbeitsstunden unserer Wehrmänner sowie freiwilligen Helfern des Ortes am Feuerwehrhaus auf dem Gelände der Süd-Chemie errichtet wurde.  In einer Jubiläumsversammlung wurde am 1. Juni 1970 das 110-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Heufeld gefeiert. Bei diesem Fest kam auch das sich im Besitz der Heufelder Wehr befindliche Büffelhorn, das schon manchenTrinker, ob Feuerwehrmann oder Gast der Feuerwehr, zur Verzweiflung brachte,  des Öfteren zum Einsatz. Leider berichtet die Chronik über das Jahr aber nicht nur Erfreuliches, so verstarb am 3. August völlig unerwartet der  langjährige Kommandant Rupert Weichselsdorfer im 49. Lebensjahr. Es war eine Selbstverständlichkeit für unsere Männer dass die Heufelder Feuerwehr die Ehrenwache am Grab ihres langjährigen Kommandanten und Kameraden hielt. Nachfolger Weichselsdorfers wurde Erich Abromeit. Das Jahr endete aber dann noch mit einem sehr erfreulichen Ereignis. Am Kirchweihsonntag, dem 25. Oktober 1970, konnte unser H.H. Pfarrer Sebastian Loidl das neue Metz-Löschgruppenfahrzeug 8 einweihen.
 
 

   Fahrzeugweihe 1970
 
Hier zeigte sich auch deutlich die Verbundenheit der umliegenden Bevölkerung zu ihrer Feuerwehr, denn ein erheblicher Geldbetrag zur Beschaffung des Autos kam bei der für diesen Zweck durchgeführten freiwilligen Sammlung zusammen. Die offizielle Übergabe durch den damaligen Bürgermeister Huber wurde im Rahmen eines Festabends am 4. Dezember 1970 vorgenommen.
 
Bei der 115-Jahr Feier erfüllte sich ein lang ersehnter Wunsch der Feuerwehr Heufeld. Am 10. August 1975 konnte H.H. Pfarrer Loidl die neue Vereinsfahne feierlich weihen.



   Fahnenweihe 1975

Zuvor bat jedoch am 19.4.1975 die Heufelder Wehr die Freiwillige Feuerwehr Mietraching um ihre Patenschaft. Nach dem Einnehmen eines 5 Gänge Menüs unterm Scheidlknien im Gasthaus Kriechbaumer, nahm die Feuerwehr Mietraching die Patenschaft gerne an.



   Patenbitten 1975 in Mietraching

Wieder zeigte sich, dass die Bevölkerung hinter ihrer Feuerwehr stand. Die erforderliche Summe zum Kauf der neuen Fahne konnte durch eine Spendenaktion aufgebracht werden. Zu diesem Fest erschienen unzählige Persönlichkeiten, die in ihren Festansprachen der Heufelder Wehr weiterhin alles Gute und wenig Brandeinsätze wünschten. Im Mai 1975 war dann das Patenbitten der Freiwilligen Feuerwehr Holzham in Heufeld. Die Feuerwehr Heufeld übernahm die Patenschaft der neuen Holzhamer Vereinsfahne.  

Am 7. September 1977 konnte wieder ein wichtiger Schritt in Richtung „moderne Feuerwehr“ getan werden: Die Firma Fritzmeier aus Großhelfendorf  überreichte unserer Wehr vier Atemschutzgeräte.  
 
Zwei Jahre später, am 1. Juli 1979 marschierte die Feuerwehr Heufeld zusammen mit der Aiblinger Stadtkapelle beim Fest des 105jährigen Bestehens der Feuerwehr Högling mit anschließender Fahnenweihe. Als Patenverein der neu geweihten Fahne überreichte man der benachbarten Wehr ein Fahnenband.  Im Rahmen des Heufelder Volksfestes wurde am Sonntag, den 22. Juni 1980, unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Karl Puff das 120jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Heufeld gefeiert.



   120-Jahr Feier 1980

Am 3. Mai des folgenden Jahres, beim Jahrtag der Freiwilligen Feuerwehr Högling, hielt unsere Wehr eine Premiere für die Öffentlichkeit bereit. Zum ersten Mal trat der neu gegründete Trommlerzug der Freiwilligen Feuerwehr Heufeld bei einer Veranstaltung auf. Es war damals der einzige Musikzug einer Feuerwehr im Landkreis Rosenheim.

 

 
    Trommlerzug Heufeld 1981 in Högling

Im selben Jahr konnte die Feuerwehr im Keller der hiesigen Schule in zwei Räume einziehen. Die Gemeinde gewährte eine finanzielle Unterstützung und stellte den Aufenthalts- und Unterrichtsraum zur Verfügung. Am 5. April 1984 konnte eine weitere Errungenschaft hinsichtlich des Fuhrparks verzeichnet werden. Aus den Beständen der aufgelösten Werksfeuerwehr Textil AG Bruckmühl, die vom Markt Bruckmühl übernommen wurde, beschloss der Gemeinderat, den noch gut erhaltenen VW-Bus mit entsprechender Einrichtung der Heufelder Wehr zu überlassen. Ein Jahr später gab es dann wieder einen Grund zum Feiern, am 1. und 2. Juni 1985 konnte das 125jährige Gründungsfest der Feuerwehr Heufeld groß gefeiert werden. Am Festabend gaben einige Musikkapellen, den zahlreichen Gästen ihr Können zum Besten. Am Festsonntag marschierten beim Kirchenzug die Ortsvereine und Musikkapellen sowie über 70 Feuerwehrvereine durch die Straßen Heufelds.



   125-Jahr Feier 1985

Beim Großbrand der Firma Salus in Bruckmühl war die Heufelder Wehr ein Jahr später beim Löschen sowie bei der dreitägigen Brandwache beteiligt. In den folgenden Jahren wuchs auch die Beteiligung bei Festen. So nahmen  beim  Vereinsausflug nach Oberstaufen am Festzug der hiesigen Ortsvereine 43 Heufelder Feuerwehrler teil. Am 3. Juli 1988 fuhr bei der 70- Jahr- Feier der Feuerwehr Bruckmühl zum ersten Mal die alte Heufelder „1935er Spritze“ mittels eines Traktors von Franz Groll mit.



   Bruckmühl 1988
 
Durch das große Engagement unserer Feuerwehrmänner konnte dann am 24. November desselben Jahres zudem die Heb-Feier des neuen Feuerwehrhauses in Heufeld stattfinden.  


 
   Hausbau 1988
 


   Fertigstellung 1989
 
Am 28. Juli 1989 war die neue Heimat der Feuerwehr Heufeld nach vielen Arbeitsstunden komplett fertig und mit dreitoriger Fahrzeughalle, einer Werkstatt, einem Raum für Atemschutz, Küche, Büro und Florianstüberl ausgestattet. Im ersten Stock des Hauses befindet sich ein Mehrzweckraum, der dem Trachtenverein Heufeld sowie der FFW Heufeld zu Ausbildungszwecken zur Verfügung steht. Nach den vielen Gratulanten aus der Kommunalpolitik, Feuerwehren der umliegenden Gemeinden und dem Heufelder Ortskartell weihten die beiden Pfarrer Wenninger und Höschler das neue Haus mit dem kirchlichen Segen ein.  
 
Da der geschenkte VW-Bus von 1984 nicht mehr TÜVtauglich war, bekam die Feuerwehr Heufeld am 20. Juni 1990 ein neues Mehrzweckfahrzeug, das  als Geschenk seitens der Marktgemeinde zum 130jährigen Bestehen angesehen wurde.
Der „VW T1“ Bus war mit den neuesten Geräten für schnellen Einsatz bei Öl- und Verkehrsunfällen ausgestattet und hatte neben vier Atemschutzgeräten mit Ersatzflaschen vier Feuerlöscher, zwei Handfunkgeräte sowie ein stationären Funk an Bord.

 

 
   Fahrzeugweihe 1990
 
In den folgenden Jahren wurde des Öfteren nach Bruck an der Leitha/Niederösterreich (Partnerstadt von Bruckmühl) gefahren.   
 
Fort- und Weiterbildungen, insbesondere die des Atemschutzes konnten vermehrt besucht werden und Jahr für Jahr kamen Prüfer der Landkreisinspektion nach Heufeld, um das Leistungsabzeichen „Wasser“ abzunehmen.  
 
Am 28. Mai 1995 bekam Heufeld dann das dritte Fahrzeug, ein Löschfahrzeug 8/6 von  MAN mit Metz Aufbau.

 


Fahrzeugweihe 1995

Die Wehr bemühte sich stets junge Mitglieder anzuwerben und diese für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern.  
 
Da diese Arbeit großen Zuspruch bei den Heufeldern fand, konnte 1999 eine eigene Jugendfeuerwehr gegründet werden.

 


   Jugendfeuerwehr 1999
 
Parallel zu den Übungen der Aktiven lernen die Floriansjünger hier die Grundbasis der Feuerwehrtechnik. Seit 2002 hat die Jugendfeuerwehr eine eigene Satzung und eine eigene Jugendkasse. Als erstes Projekt der Jugendfeuerwehr zählte die Erstellung eines Planspiels, mittels Sand und Modellbauten, das das Heufelder Einsatzgebiet in Miniatur darstellt.  Da die Arbeit im Jugendbereich immer weiter ausgebaut wurde, konnte im folgenden Jahr erstmals ein gemeinschaftliches Jugendzeltlager mit den Jugendfeuerwehren aus Heufeld, Bruckmühl und Westerham beim Ebersberger stattfinden. Mittlerweile ist dieses Zeltlager ein fester Bestandteil des Jugendkalenders geworden und hat sich auf alle Jugendfeuerwehren der Marktgemeinde Bruckmühl ausgeweitet. Beim „Pfingsthochwasser“ 1999 hat es das Gebiet der Mangfall besonders schwer getroffen. Die Heufelder Wehr war 2 Tage in den Ortsteilen Waldheim und Hinrichssegen beschäftigt und pumpte Keller aus. Um die Optimierung und Modernität der Feuerwehr Heufeld noch zu steigern, bekam sie im Jahr 2000 einen wasserangetriebenen Drucklüfter, mit dem es möglich ist, Räume nach einem Brand schneller zu entlüften, um dadurch bessere Sicht, niedrigere Temperaturen und eine verminderte Vergiftungs- und Explosionsgefahr zu erreichen sowie Brandfolgeschäden durch Rauchgase möglichst gering zu halten. Sponsor dieses großzügigen Geschenks war die Firma Fritzmeier Composite (Hinrichssegen).  Dass die Feuerwehr Heufeld viele der ihnen gestellten Aufgaben nicht nur in der fernen Vergangenheit, sondern auch im Hier und Jetzt mit viel Eigenleistung bewältigen kann, zeigte der Februar 2001, indem ein  Fahrzeug (vom LF 8 (43/1) zum Kleinalarmfahrzeug (65/1))  in Eigenleistung der beiden Gerätewarte Josef und Franz Dumberger innerhalb von drei Monaten umgebaut und in den Dienst gestellt wurde. Dieses Fahrzeug konnte sowohl für den Löschaufbau wie auch für die technische Hilfeleistung verwendet werden.  Ein historischer Tag war dann vier Monate später, der 10. Juli 2001. Bürgermeister Franz-Xaver Heinritzi lud zur Einweihung der Gemeindeatemschutzfüllstation alle Kommandanten und Atemschutzbeauftragten der  Gemeinde ins Heufelder Feuerwehrhaus ein. Diese Station hat sich bis heute für die Gemeinde und vor allem für die Feuerwehr Heufeld bewährt.
Am 3. August desselben Jahres suchte ein starker Sturm das Mangfalltal heim. Die Feuerwehr Heufeld wurde gleich alarmiert, als  ein Holzschuppen vor der Süd-Chemie, unter dem eine Frau Unterschlupf suchte, eingestürzt war. Die Verschüttete konnte durch den Einsatz von Hebekissen mit leichten Verletzungen gerettet werden.

 
 
   Sturm 2001 in Heufeld

Tagelang dauerten die Aufräumarbeiten von überschwemmten Straßen und Kellern sowie umgestürzten Bäumen, die sich hauptsächlich in den Orten Götting und Staudhausen befanden. Doch nicht nur Unwetter hielten die Feuerwehr in Atem. Sie wurde auch zu Bränden gerufen, wie am 27. September 2001, als es zu einem Großbrand der Werkstatt der Raumausstattung Gartmeier kam, der sich schnell auf das Wohnhaus ausbreitete. Durch das verbrannte PVC-Material entstanden giftige Dämpfe. Bei diesem Brand waren die sieben Gemeindefeuerwehren, die Feuerwehr Willing, Mietraching, Bad Aibling, Kolbermoor, das THW Bad Aibling, Polizei, BRK und der Katastrophenschutz (UG-ÖEL) aus Rosenheim im Einsatz.
 
Am 26. Oktober, im Jahr 2002, konnte die Jugendfeuerwehr Heufeld als erste in der Gemeinde Bruckmühl überhaupt bei der Deutschen Jugendleistungsspange mit Erfolg teilnehmen. Am 17. Juli 2003 wurde der Fuhrpark der Feuerwehr modernisiert.  Das alte Feuerwehrfahrzeug 65/1 „Lieserl“,  das seit 1970 im Besitz der Feuerwehr Heufeld war, wurde in den Ruhestand geschickt. Dank der großzügigen Spende der Süd-Chemie konnte ein neues Löschfahrzeug 16/12 von Mercedes mit Rosenbauer Aufbau gekauft werden. Das neue Fahrzeug ist mit hydraulischen Rettungsgeräten (Schere, Spreizer und Rettungszylinder), Sprungretter, Hebekissen, 4 Atemschutzgeräte, Notstromaggregat, Lichtmasten zweimal tausend Watt, Schiebe- und Steckleiter, 2000 Liter Wassertank, 2 x 200 Liter Schaumtank, 4 Chemieschutzanzüge, Gasmessgerät, Rettungssäge und einem Trennschleifer ausgerüstet. Nachdem die Führungsgarde der Feuerwehr das Fahrzeug in Leonding/Österreich abholte, fuhren sie beim Nachhauseweg nach Högling und nahmen den ehemaligen Gemeinde-Feuerwehr-Referenten Martin Pritzl mit, der erheblichen Anteil bei der Anschaffung dieses Fahrzeuges hatte. In Heufeld wurde das Fahrzeug mit Insassen bereits erwartet und herzlichst empfangen.

Am 18. August 2003 traf dann die nächste Naturkatastrophe das Mangfalltal. Um 14:45 Uhr fegte ein Orkan mit faustdicken Hagelkörnern über Heufeld, erfasste einige Personen  und verletzte sie teilweise schwer. Sämtliche Hausfassaden, Dächer und Zäune waren beschädigt oder zerstört, Bäume und Äste lagen haufenweise auf fast jedem Grundstück und jeder Straße. Im Feuerwehrhaus Heufeld wurde die Einsatzleitung für sämtlich aus dem Landkreis angerückten Feuerwehren eingerichtet. An diesem Tag gingen mehr als 200 Alarmierungen für die Gemeinde Bruckmühl ein. Noch Tage später war unsere Wehr mit Aufräumarbeiten in Heufeld zu Gange. Dass die Heufelder aber nicht nur arbeiten können, sondern auch Spaß am gesellschaftlichen Engagement haben, stellten sie einmal mehr am 27. September unter Beweis und waren Gastgeber des alljährlichen Kreisjugendfeuerwehrtages. Bei schönem Wetter konnten auf dem Sportgelände der Justus-von-Liebig Schule insgesamt 57 Jugendgruppen ihr Können unter Beweis stellen. Die Mannschaft aus Heufeld erreichte dabei einen sehr guten 25. Platz. Unsere Wehr bewirtete das ganze Spektakel.   Natürlich wurde auch auf die Fort- und Weiterbildung der Männer großen Wert gelegt, so konnte am 29. September 2004  zum ersten Mal in der Geschichte der Feuerwehr Heufeld das Leistungsabzeichen der Techn. Hilfe-Leistung (THL) abgelegt werden. Kommandant Andreas Hildebrand meldete gleich zwei Gruppen zur Prüfung an, die auf Anhieb bestanden.  
 
Im Sommer 2005 kam es nach tagelangem Regen zu einem Hochwasser an  der Mangfall und am Kanal. Zwei Tage lang waren die Gemeindefeuerwehren damit beschäftigt voll gelaufene Keller auszupumpen und die Damm-Wehr zu stellen. Weitaus schlimmer als unseren Gemeindebereich traf das Hochwasser die Stadt Wasserburg am Inn. Eine Löschgruppe aus Heufeld fuhr zu Aufräumarbeiten und unterstützte die hiesige Feuerwehr. Als Dank für die schnelle Hilfe wurden wir von der Feuerwehr Wasserburg zu einem Helferessen eingeladen. Dieser Abend gründete eine besondere Freundschaft der beiden Wehren, die bis zum heutigen Tag anhält. Man besucht sich gegenseitig bei Festlichkeiten oder bestreitet im Fußball  Freundschaftsspiele.

 


   Fußballspiel gegen FW Wasserburg 2008

Auch aus sportlicher Sicht bestreitet die FFW Heufeld den einen oder anderen Einsatz. So gibt es seit 2004 eine Hobbykleinfeldmannschaft im Fußball. Sie nimmt jedes Jahr am Feuerwehrturnier des Altlandkreises teil. Im Jahr 2006 war dann zum ersten Mal die Heufelder Wehr als Ausrichter dran. Das gut organisierte Turnier verlief einwandfrei. Das Heufelder Team erreichte dabei einen guten 3. Platz.  Am 14. Dezember 2006 bekam die Feuerwehr Heufeld eine weitere „moderne“ Komponente für ihre Ausrüstung. Fünf Heufelder Sponsoren (Fritzmeier Composite, CPM Contract Pharma, Sparkasse Heufeld, Volks- und Raiffeisenbank Heufeld, hagebaumarkt Heufeld) spendeten der Heufelder Wehr eine Wärmebildkamera, wobei die Fa. Fritzmeier freundlicherweise den größten Anteil dabei leistete. Diese wird bei Einsätzen mit dichtem Rauch oder zur Personensuche eingesetzt. Zudem können Feuer- und Hitzequellen aufgespürt und  somit auch versteckte Schwelbrände besser bekämpft werden. Die Wärmebildkamera hat sich bis heute bei jedem Atemschutzgeräteträger im Einsatzfall bewährt.  Beim „Tag der offenen Tür“ der Süd-Chemie im Jahr 2006 war es für die Heufelder Wehr eine Ehre die Bewirtung des Festes zu übernehmen.

 


   Neues Mehrzweck- Fahrzeug 2009
 
Im Jahr 2009 bekam die Feuerwehr Heufeld für den alten VW-Bus  einen neuen VW-Crafter der mit neuester Technik ausgestattet ist. Mit Computer, Internet, Drucker, Fax, Telefon und Funk ist er bestens ausgerüstet und kann als mobile Einsatzleitung eingesetzt werden. Im selben Jahr bekam die Feuerwehr Heufeld eine großzügige Spende der Firma Element. Das Schnelleinsatzzelt kann mit Atemluftflaschen pneumatisch innerhalb von 3 Minuten aufgestellt werden.  
In den letzten Jahren wurde das traditionelle Vatertagsfest stets gut besucht und hat sich zu einem wichtigen Bestandteil des Heufelder Dorflebens etabliert.  Ebenso wurde das Kirtakesselfleischessen von der Heufelder Bevölkerung gut angenommen.  
 
Die Feuerwehr Heufeld im Wandel der Zeit von der kleinen Fabrikfeuerwehr zur wichtigen Ortsfeuerwehr mit Löschzug und einem immer größer werdenden Einsatzgebiet mit den verschiedensten Aufgaben.  Die Feuerwehr Heufeld ist gerüstet für die nächsten jahrzehnte.  
 
Doch eines soll damals als auch heute als Leitspruch gelten:  
 
 „Gott zur Ehr´ dem nächsten zur Wehr.“
 
 

 

 


Heufeld
 
 
Über Jahrhunderte verstand man unter dem Namen Heufeld jene Ebene, die sich nördlich der Mangfall zwischen dem Markt Aibling und dem westlich von Kirchdorf aufragenden Haunpold erstreckt und im Norden etwa vom Moosbach, einem Nebenflüsschen der Glonn begrenzt ist. Der westliche Teil dieses Feldes war aufgrund seiner Bodenqualität schon in der geschichtlichen Vorzeit für Ackerbausiedlungen geeignet und zahlreiche Funde in der jüngsten Zeit (Bruckmühl 2001) belegen das hohe Alter von Ortschaften wie Sonnenwiechs und Högling. Ob eine noch im 19.Jahrhundert weithin bekannte Sage, dass auf dem Heufeld eine Schlacht zwischen abziehenden römischen Legionären und eindringenden bajuwarischen Kriegern stattgefunden hätte, einen historischen Kern enthält, kann aus heutiger Sicht verneint werden. Natürlich bot das Heufeld ein ideales Gelände für die vermutete Auseinandersetzung, aber diverse Relikte im Boden wie einzelne Pfeilspitzen oder Schwertklingen lassen einen Schluss Richtung Kampfgeschehen nicht zu. Im Gegensatz dazu wurde im  Spanischen Erbfolgekrieg das Gelände zum Biwakieren genutzt nachdem im benachbarten Aibling nur eine geringe Zahl von Mannschaften und Offizieren einquartiert werden konnte und durchmarschierende Regimenter entlang der Chaussee nach München Rast einlegten. Heufeld verdankt seine erste urkundliche Nennung der Tatsache, dass die Mühle an einem mühlbaren Arm der Mangfall dem bayerischen Herzog Steuern zu entrichten hatte und sie daher im seinerzeitigen Einnahmeverzeichnis, dem herzoglichen Urbar des Jahres 1240 zum ersten Mal auftaucht. Sie wird seit jeher die Heufelder Mühle genannt und ist unmittelbare Konkurrentin zu derjenigen an der Bruck, aus der im 19.Jhdt der Ort Bruckmühl entstehen wird. Bis es jedoch soweit ist, nutzen die Dorfgenossen der Dörfer Högling und Sonnenwiechs, aber auch Götting und Kirchdorf die sauren Wiesen als Gemeinweide und geben daher dem Bächlein, welches mitten durch das genossenschaftliche Nutzeigentum führt, den Namen Lausbach.  Der Name, gebildet aus Laus (= Los) und Bach verrät also etwas über das  Auslosen der Gründe, die im Wechsel unter den Dorf- oder Gemeingenossen genutzt wurden. So steht es auch noch in der ersten Karte des kgl. Bayerischen Vermessungsbüros aus dem Jahr 1822, bis der Name schließlich verschwindet und später als Denglerbach vielen Heufeldern Kirchgängern auf dem Weg nach Weihenlinden bis in die 50er Jahre in Erinnerung bleibt, auch nachdem er in einem Drainagerohr um 1974  endgültig verschwindet. Heute ist er noch als heckenbewehrter Graben westlich der Schießstände des ehemaligen Fliegerhorstes Aibling zu erkennen. Nicht verschwunden ist die hölzerne Wasserleitung für den Aiblinger Ziegelstadel auf dem westlichen Markfeld, mit der ein Brunnen etwa in der Mitte der späteren Apostelhäuser das Wasser liefert, denn als man 1956 die Justus-von-Liebig-Straße mit einer Teerdecke versieht, kommt unter dem Straßenniveau vor der Zufahrt zwischen 6. und 7. Apostelhaus durch den Bagger ein unterirdischer Gang zum Vorschein, der allerlei Vermutungen auslöst bis hin zur phantastischen Idee, es könne sich um einen Gang ins weit entfernte Maxlrainer Schloss handeln.



   Die ungeteerte Justus von Liebig Straße im Jahre 1906
 
Der Ziegelstadel ist im Besitz des Marktes Aibling und das seinem Betriebsleiter gehörende Haus in Unterheufeld heißt „beim Ziegelmeister“.
 
Von diesem Ziegelstadel werden wir auch noch hören, wenn von den Anfängen des heutigen Ortes Heufeld die Rede sein wird, denn es dauert seine Zeit, bis aus dem „Feld“ ein gleichnamiger Ort entsteht, der mit Schulzentrum und Wirtschaftskraft einen herausragenden Platz in der politischen Marktgemeinde Bruckmühl einnimmt.
 
Mit dem Ende des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation 1806 und der Stellung Bayerns als Königreich von Napoleons Gnaden verwandelt sich das Land in wenigen Jahrzehnten in einen modernen europäischen Staat. Nach und nach werden die alten Strukturen in Staat und Gewerbe reformiert und die ehemalige Gemein der Landdörfer unter den bisherigen Dorfgenossen aufgeteilt. So auch das Heufeld, dessen östlicher Teil der Gemeinde Mietraching zufällt, während der restliche zur Gemeinde  Kirchdorf a. H. kommt.  
 
Davon unabhängig gehören einige der aufgeteilten Grundstücke Westerhamer und Göttinger Bauern, mehrheitlich stehen sie jedoch den Höglinger Bauern zu. Zum Bau der Eisenbahnlinie München-Rosenheim über Holzkirchen werden Teile dieser Grundstücke 1853 von der Eisenbahngesellschaft erworben und gleich danach kauft sich die Bayerische Aktiengesellschaft für chemische und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate, kurz die „Chemische“ oder BAG ebenfalls große Teile des ehemaligen Gemeinbesitzes. Der Rest des ebenfalls für das große Unternehmen geplanten Geländes steht ohnehin auf staatlichem Forstgrund, dem seinerzeitigen Salinenareal, im Volksmund als die „Madau“ bekannt.  



 
Zu der Zeit liegen ein paar Häuser verstreut auf dem Heufeld, einige nah an der Mangfall am Weg nach Götting (z.B. Faltergütel, heute Dumberger) oder an der Grenze zur Gemeinde Mietraching wie das sog. Stöckl-Anwesen (Baumann-Haus), welches im Jahr 1850 die Kirchdorfer Hausnummer 103 trug, von der sämtliche Bauvorhaben der Chemischen Fabrik später ihre Abstammung herleiten, und zwar wie das früher üblich war, durch Unterteilung der Nummer, so war das zentrale Bürogebäude der Chemischen mit der Nummer 103 ½ ausgestattet und die Apostelhäuser bekamen die Nummern 103 1/28 bis 103 1/37.   
 
Dieses Ursprungshaus der Heufelder Fabriksiedlung wurde 1971 im Rahmen einer Feuerwehrübung niedergebrannt.  
 
Der Bau der für damalige Verhältnisse ganz neuartigen Fabrikanlage zog Arbeitskräfte aus nah und fern magnetisch an, z.T. fanden aber auch die nach Fertigstellung der Bahnlinie arbeitslos gewordenen Taglöhner wieder einen Arbeitsplatz. Die Ziegel für den Bau stammten auch vom Aiblinger Ziegelstadel, der schon beim Bau der Weihenlindener Wallfahrtskirche zwei Hundert Jahre früher als Zulieferer auftrat und zur Zeit des Fabrikbaus dem Gründer des Aiblinger Moorbads, Dr. Desiderius Beck gehörte.  



Am Bau beteiligt, d. h. in Form von Aktienbesitz waren damals hochgestellte Persönlichkeiten aus München (Fam. Oldenbourg, von Niethammer u.a.) nachdem es sich um ein Unternehmen handelte, welches auf Initiative des berühmten Chemikers und Wissenschaftler Justus von Liebig entstand und das ausgesprochene Wohlwollen seiner kgl. Hoheit Max II. Josef  besaß, schließlich musste alles getan werden, um die Landwirtschaft ertragreicher zu machen, wollte man die wachsende Bevölkerung mit inländischen Erzeugnissen halbwegs sicher ernähren.
 
Die Ausgangslage war im heutigen Sinne von der Standortwahl geprägt, die Mangfall diente als Energielieferant und mit der Eisenbahn war man an den Markt der Deutschen Zollunion angeschlossen. Durch den Krieg 1866 fiel jedoch wegen des Zollwesens das naheliegende Österreich als Absatzgebiet aus und die Fabrik trennte sich von ihrem eigenen Schwefelabbau im Tirolerischen, auch hatte der Kunstdünger, dem man die gleiche Wirkung wie dem aus Südamerika eingeführten Guano attestierte, bei den Bauern der Umgebung nicht den Erfolg den man sich an den Tischen der Münchner Gelehrten durchaus erhoffen konnte.  
 
Ausgehend von der Straße, die vom Bahnhof hinaus zur Münchner Chaussee  führte und entlang des Weges der an der Gemeindegrenze (ehem.  Autohaus Weichselsdorfer) begann und zur Heufelder Mühle führte, wuchs allmählich das Fabrikdorf Heufeld in seiner heutigen Gestalt, wenngleich am westlichen Rand des Aiblinger Marktes ebenfalls ein Heufeld bestand, das aber im Volksmund längst Unterheufeld genannt wurde. Bis in die Zeit des Wirtschaftswunders (1950er Jahre) spiegelte die Bebauung entlang der Justus-von-Liebig-Straße und vom Bahnhof bis zur Staatstraße die Entwicklung des Dorfes wieder, welche ganz den Bedürfnissen der Fabrik entsprach.  

Den Anfang machten die zwölf Apostelhäuser (eine rein zufällige Zahl der Häuser gab ihnen den Namen, nachdem eine größere Anzahl von Arbeiterwohnungen nicht mehr notwendig war) dann folgte das Haus der Vorarbeiter und Aufseher und am Ende stand die Direktorenvilla des Dr. Mayer, der bis 1874 standesgemäß in einer Aiblinger Villa wohnte. Dazwischen standen die ersten Wirtschaften (Bauer = heute Kaltner und Bahnhofrestauration May)  und Krämereien wie Ingold (heute Schuller) und Ulrich (heute Laar) ein Bäcker (Steinsailer) sowie an der Kreuzung das HuberAnwesen, der spätere „Konsum“. Nach dem 1. Weltkrieg folgte die Bebauung an der linken Straßenseite sowie der Ausbau des Heufeldmühler Wegs zu einer richtigen Straße (Bruckmühler Straße).  


 
Bis zur Gründung des Trachtenvereins 1905 und dem Sterbekassenverein/Rauchklub Unterheufeld blieb die Feuerwehr Heufeld die maßgebliche gesellschaftliche Kraft der Siedlung, wobei man nicht übersehen darf, dass sie anfangs nur die Funktion einer reinen Fabrikfeuerwehr hatte bis sie schließlich ebenfalls wie die anderen Freiwilligen Wehren zur Dorffeuerwehr wurde, nachdem sie auch Mitglieder aufgenommen hatte, die nicht gleichzeitig Arbeiter der Chemischen Fabrik waren.  
 
So berichtet die Aiblinger Wochenzeitung aus dem Jahr 1874 von einer glanzvollen Standartenweihe  mit Umzug und geschmückten Ortseingängen und dokumentiert damit ein Ereignis, das für die dörfliche Identität eine große Rolle spielte, wurde doch der Ort bei den Bewohnern der Bauerndörfer im Umkreis eher scheel angesehen, weil die Segnungen der Industrie nicht so ohne weiteres ersichtlich waren. Man denke nur an die vielen jungen Leute, die ohne Familienbindung hier untergebracht waren und die oft aus den Armenvierteln Bayerns oder Tirols stammten und an die Skepsis der Leute gegenüber überdimensionalen Dampfkesseln und chemischen Prozessen mit sonderbaren Gerüchen, was für viele Menschen der damaligen Zeit und der herrschenden Allgemeinbildung mehr Hexenkunst darstellte als dass sie als „moderne“ Produktionsmethoden akzeptiert wurden. Daher ist es kein Wunder, dass der jeweilige Repräsentant der Chemischen an der Spitze des Werkes zugleich der „Sprecher“ dieses Ortes war, wenn es um Belange der Heufelder Allgemeinheit ging. Die Quellen in den staatlichen Archiven, welche die Auseinandersetzung zwischen Fabrikdirektion und Gemeinde Kirchdorf a. H. wegen des Baus einer Heufelder Schule belegen, sprechen eine  deutliche Sprache, ja man darf behaupten, dass die Gemeinde Kirchdorf sogar gezwungen werden musste mit Hilfe des Bayerischen Schulwegegesetzes den Heufeldern in der Ortsmitte eine Schule zu errichten. Neben der Überlassung des dafür notwendigen Grundstücks sollte sie auch noch zu allerlei Hand- und Spanndiensten herangezogen werden. Es waren also fast fünfzig Jahre seit der Gründung der Fabriksiedlung vergangen, bevor sie eine eigene Schule (1906) erhielt und noch einmal ein halbes Jahrhundert musste vergehen, ehe eine Dorfkirche in ihrer Mitte gebaut werden konnte (1953).  Im Unterschied zur rasanten Entwicklung des fast gleichzeitig entstandenen Ortes Kolbermoor ist die Heufelder weniger spektakulär, da sich die Belange der Chemischen in der von der Landwirtschaft geprägten Gemeinde Kirchdorf a. H. nicht so einfach wie dort durchsetzen ließen.  Die Werksleitung in Heufeld konnte schon allein wegen der vergleichsweise niedrigen Zahl der Arbeitsplätze keinesfalls Druck auf die Gemeindepolitik ausüben wie das die Spinnerei in Kolbermoor ohne weiteres tat. So hat sich auch die politische Entwicklung vor und unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg weit weniger zugespitzt als in der Industriestadt an der Mangfall und die Chemische war auch, was ihre Zahl der Arbeitsplätze betraf, nicht der dominante Arbeitgeber im gesamten Gemeindegebiet, so wie es in Kolbermoor der Fall war. Im Gegenteil, das industrielle Schwergewicht bildete bald die Wolldeckenfabrik in Heufeldmühle und die  Wachstumszone bis zum Zweiten Weltkrieg war eindeutig Bruckmühl, so dass schon unmittelbar nach Kriegsende die Umbenennung der Gemeinde erfolgte. Über Jahrzehnte war daher das gesellschaftliche Leben von den Vereinen geprägt und zwei große Wirtshäuser im Dorf konnten, manchmal mehr schlecht als recht, davon leben.  
 
Für die Trachtler war die Bahnhofswirtschaft Vereinslokal, ebenso wie für den Katholischen Krankenunterstützungsverein, Gesangsverein und Zimmerstutzengesellschaft, der Athletenclub „Adler“ und  später der Sportverein kehrten beim Kaltner ein, der Rauchklub und Sterbeunterstützungsverein hatte in Unterheufeld sein Stammlokal.



   Gasthaus Bauer – heute Metzgerei Kaltner

Zwischen den Kriegen ernteten Heufelder Sänger und Musikanten (Zuckermeier, Gottner u. a.) öffentliche Anerkennung und die Tanzlustigen im weiten Umkreis besuchten die Tanzabende beim Kaltner und in der Bahnhofsgaststätte unter dem seinerzeitigen Pächter Schusterbauer, der in Amerika als Ringer sein Glück gemacht hatte.  Von der Vielzahl der Gewerbe, die bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts im Dorf noch vertreten waren, ist leider nicht viel übrig geblieben. Immerhin gab es drei Schreinereien, zwei Schusterwerkstätten, zwei Metzger, einen Bäcker, einen Gärtner und zwei Friseursalons, es gab über zehn Landwirte und vier Kramerläden, um nur die wichtigsten zu nennen.  Daneben stellte eine Fabrik im ehemaligen Militärgebäude (heute THW) Bohnerwachs, sowie Kaffeeersatzmittel und Kunsthonig her und auf dem Gelände der heutigen Fa. Kindler wurden Ziegel hergestellt. Ebenfalls in Bahnhofsnähe befanden sich Lagerraum und Verkaufsstelle der Milcherzeugergenossenschaft und für kurze Zeit gab es im Saal der Bahnhofswirtschaft ein Kino, die „Heufelder Lichtspiele“. Die im 3.Reich erbaute Gemeinschaftshalle wurde während des Kriegs zur Munitionsherstellung genutzt und später wurden Parkettböden hergestellt. 1941 ging die Chemische in der neu gegründeten Süd-Chemie auf und die Verarbeitung tierischer Kadaver oblag von da an einer eigens errichteten Fabrik direkt am Mangfallufer. Noch zu Kriegszeiten wurde die Schwefelkohlenstoff-Produktion aufgenommen und ein weithin sichtbarer Bau dazu errichtet. Während die Fabrik selbst nicht Ziel alliierter Fliegerangriffe wurde, gab es gegen Ende des Krieges dennoch Opfer, als am 20.Okt. 1944 auf Heufeld Bomben fielen. In der unmittelbaren  Nachkriegszeit wurde der Heufelder Sportverein gegründet dessen Tischtennis- und Skisparte beachtliche Erfolge feiern konnten, wie man überhaupt davon sprechen kann, dass Heufeld in den Fünfzigerjahren als eine Sportlerhochburg angesehen wurde, legendär sind das seinerzeit veranstaltete Rundstreckenrennen der Radler als auch die  Skijöring Veranstaltung auf der Glockerwiese geworden.
Aber die Heufelder Sportgeschichte wäre unvollständig, würde man die Namen von Persönlichkeiten wie Pfarrer Loidl, Georg Schwaiger oder die Familie Kaltner nicht erwähnen, um nur einige der wichtigsten zu nennen. Ohne das Engagement dieser und vieler anderer Anhänger des sportlichen Gedankens stünde der mitgliederstärkste Verein des Ortes nicht auf so starken Fundamenten.  Mit der Justus-von-Liebig-Schule nimmt Heufeld eine zentrale Position innerhalb der Marktgemeinde Bruckmühl ein und nicht zuletzt sind in den letzten zwanzig Jahren Einkaufszentren und Gewerbegebiete entstanden, die Heufelds Gesicht beträchtlich verändert haben. Auch verschwand mit dem Abriss zweier ehemaliger Werkshäuser in der Ortsmitte der  frühindustrielle Ortcharakter, sieht man einmal von der nach wie vor beeindruckenden Ansicht der 12 Apostelhäuser von Norden her ab. Vor wenigen Jahren ist auf dem östlichen Teil des historischen Heufelds mit dem Abzug der  NSA (National Security Agency) vom ehemaligen Fliegerhorst Mietraching das Zeitalter des Kalten Krieges zu Ende gegangen. Immerhin stand hier seit den 70 er Jahren eine der größten Einrichtungen der militärischen Gegenspionage, die die USA außerhalb ihres eigenen Territoriums unterhielten. Offensichtlich waren Geländeform und geologische Untergrundbedingungen der ideale Standort für die riesigen Lauscher in Kugelhüllen, welche lange Zeit die Landschaft beherrschten. Dieser militärische Rückzug fand also im Gegensatz zu dem eingangs erwähnten Abschied römischer Legionäre tatsächlich statt und es bleibt künftigen Archäologen überlassen, hier Spurensuche zu betreiben. Im Laufe der eineinhalb Jahrhundert seit der Gründung der Bayrischen Aktiengesellschaft für landwirtschaftliche und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate auf dem Heufeld war das Schicksal der Menschen in dem Fabrikdorf sehr lange und sehr eng vom geschäftlichen Erfolg seines größten Arbeitgebers verbunden. Dieser Verbundenheit verdanken wir heute die ältesten Aufzeichnungen aus der Heufelder Geschichte, nämlich die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr mit ihrem Anfang im Jahr 1870.  

 

weitere historische Bilder



   Leistungsabzeichen 1974
 

 
   Weisertwecken beim Hildebrand 1993                                                  Chemieschutz Süd – Chemie AG 2003  



   Leistungsabzeichen 2009
 





Unsere Vereinsfahne
Fahnenweihe:   10. August 1975
Fahnenmutter:   Rosa Wolf
Fahnenbraut:    Rosi Wolf   Ehrenmutter:    Rosa Pertiller
Herbergsmutter:   Renate Neumann
Fahnenträger:   Josef Gschwendtner sen. (1975-1982)
                      Josef Schwaiger (1982-1988)
                      Ernst Fink (1988-1996)
                      Josef Gschwendtner jun. (1996-1998)
                      Franz Rutz (1998-2000)
                      Markus Kaltner (2000-2006)
                      Joachim Schäfer (2006-)
                      Matthias Häusler (2012- )
                      Thomas Hildebrand (2018- )


 


Viele Feuerwehrfrauen- und männer sind im Laufe unserer Vereinsgeschichte von uns geschieden. In Ehrfurcht und dankbarer Verbundenheit gedenken wir aller seit der Gründung verstorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden, die einst unserer Wehr die Treue hielten: Ihr Andenken ist uns Verpflichtung und Mahnung zugleich.

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

 

Quelle: Festschrift 150 Jahre Feuerwehr Heufeld